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Verloren im Netz Macht das Internet unsere Kinder süchtig
Autor: Axel Dammler Kategorie: Digitale Balance, Onlinesucht, Social Media Herausgeber: Gütersloher Verlagshaus Erscheinungsjahr: 2009 ISBN: 978-3579068985 Seiten: 208 Sprache: Deutsch Auf Amazon kaufen
Beschreibung:

Die digitale Kluft zwischen den Generationen überwinden

– Zum besseren Verständnis der Parallelwelt unserer heutigen Jugend
– Für einen sinnvollen Umgang mit dem Internet
– Möglichkeiten, Chancen und Risiken des Web

Warum tauchen Jugendliche so begierig im Internet ab? Welche Auswirkungen – positive wie negative – haben die neuen Informationstechnologien auf ihre Lebenswelt? Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Erwachsenen und ihren Umgang mit der Jugend?
Axel Dammler zeigt in seinem Buch, was im Leben der heutigen Jugend »abgeht«. Der Jugendforscher will dazu beitragen, dass Erwachsene die virtuelle Welt der Kids besser verstehen und ihre eigene Einstellung hinterfragen.

Biografie

Axel Dammler (Jahrgang 1965) arbeitet seit 1992 als Marktforscher mit Kindern und Jugendlichen und hat zahlreiche Studien zu nationalen und internationalen Medien- und Konsumgütermärkten durchgeführt. Er arbeitet außerdem als Berater und hat neben seinen Büchern auch zahlreiche Artikel veröffentlicht.

Geboren in Lemgo, hat er nach seinem Abitur in München Kommunikationswissenschaft studiert. Axel Dammler ist regelmäßiger Interviewpartner für Funk, TV und Printmedien und gefragter Referent bei Konferenzen.

Lieblingsbücher: Für Erwachsene “Mitternachtskinder” von Salman Rushdie, für Kinder “Krabat” von Ottfried Preussler.

Pressestimmen

Es geht Dammler nicht um Verbot, Verteufelung oder Veränderung des Internets, sondern vor allem darum, die Heranwachsenden nicht im Netz zu verlieren, sie in die Mitte unserer Gesellschaft zurückzuholen, ihnen Alternativen aufzuzeigen. (Flensburger Tageblatt)

Dammler beschreibt, dass die Jugend mit ihren Möglichkeiten zum Teil überfordert ist und gibt Tipps, wie Eltern den Kindern helfen können, den Weg in die reale Welt zu finden. (Ostsee-Zeitung)

Der Autor warnt vor Panikmache, gibt gleichzeitig aber auch Ratschläge, wie Fehlentwicklungen zu erkennen und zu stoppen sind. (Rhein-Neckar-Zeitung)

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Axel Dammler, geboren 1965 in Lemgo, hat Kommunikationswissenschaft studiert und ist seit 1992 als Jugendforscher tätig. Im Rahmen dieser Tätigkeit hat er diverse Studien für renommierte Kunden aus den verschiedensten Branchen erstellt. Seit 1999 ist er Geschäftsführer von iconkids & youth, dem größten deutschen Spezialinstitut für Kinder- und Jugendforschung. Er lebt mit Frau und zwei Töchtern in München.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Im Frühjahr 2008 hielt ich einen Vortrag bei einer Stiftung in Schwaben. Ein lokaler mittelständischer Unternehmer hat es sich mit dieser Stiftung zum Ziel gemacht, junge Leute besser an das Arbeitsleben und an unsere Gesellschaft heranzuführen. Bei meinem Vortrag – im Publikum saßen vor allem Lehrer und Eltern – ging es eigentlich um die Lage der deutschen Jugend im Allgemeinen und wie Jugendliche heute so sind, doch wir kamen dann in der Diskussion sehr schnell und sehr fokussiert auf die Rolle des Internets zu sprechen. Ist es für Jugendliche nun schädlich oder nicht? Nach der Veranstaltung kam dann der Organisator der Stiftung auf mich zu und erzählte mir, wie wichtig das alles gewesen ist – und wie schade es sei, dass gerade derjenige nicht anwesend war, für den das im eigenen Unternehmen eigentlich am wichtigsten zu wissen gewesen wäre. Der für die Azubis Verantwortliche blieb der Veranstaltung wohl nicht aus Zeitmangel fern, sondern aus Desinteresse.
Diese Veranstaltung war in zweierlei Hinsicht der Auslöser dafür, dass dieses Buch entstanden ist. Zum einen war während der Veranstaltung die Hilflosigkeit mit Händen zu greifen, mit der die Erwachsenen einem als omnipotent empfundenen Medium Internet gegenüberstehen. Zum anderen war für mich auch bemerkenswert, dass die Umwälzungen, die dadurch gerade im Jugendbereich stattfinden, von vielen einfach ignoriert werden.
Ich arbeite seit 1992 als Jugendforscher, und meine erste empirische Untersuchung zum Thema Internet habe ich im Jahr 1995 als Projektleiter beim Institut für Jugendforschung IJF in München durchgeführt. Auch damals ging es schon darum, wer genau was im WWW macht, und was das für Konsequenzen haben wird. Seit dieser Zeit habe ich die Entwicklung des Internets im Jugendmarkt kontinuierlich mitverfolgt und immer wieder die Wirkung der einzelnen Innovationssprünge über ISDN und DSL im Dialog mit den Jugendlichen untersucht. Dazu kamen dann unzählige weitere Studien, in denen die Internetnutzung der Teenager und zuletzt auch der Kinder als wichtige Freizeitbeschäftigung quasi nebenbei thematisiert und analysiert wurde.
Gerade durch diese anderen Studien hat sich aber erst der Blick dafür geöffnet, was das Internet bei den jungen Menschen wirklich auslöst und welche Rolle es schon heute im Leben unseres Nachwuchses spielt.
Genau darum geht es in diesem Buch. Es handelt sich deswegen ausdrücklich nicht um die Aufbereitung einer einzelnen Studie, sondern stellt über die Jahre und in vielen empirischen Untersuchungen angesammelte Erkenntnisse zusammen.
So folgt es auch bewusst einem anderen Ansatz als all das, was in der Öffentlichkeit an Studien und Ausführungen über die heutige Jugend und ihre Internetgewohnheiten kursiert. Vieles davon ist zwar richtig, aber aus einer einseitigen Perspektive heraus dargestellt. Je nach Herkunft der Autoren werden selektiv einzelne Aspekte herausgepickt, die zwar für sich alle relevant sein mögen, in ihrer Ausschließlichkeit aber den Blick auf das Ganze verstellen. Es fehlt eine umfassende Einordnung dessen, was heute im Internet passiert, es fehlt die Vogelperspektive. Genau diese will dieses Buch bieten: Es zeigt nicht nur, was die Jugendlichen alles im Internet treiben, sondern es hinterfragt auch die Gründe für dieses Verhalten und analysiert die möglichen Auswirkungen auf die Jugendlichen und auf die Gesellschaft.
Die erste und fast alle weiteren Studien zum Internet, die seitdem in meiner Zeit als Forscher beim Marktforschungsinstitut iconkids & youth folgten, waren Auftragsarbeiten für Unternehmen aus der freien Wirtschaft. Leider erreichen uns viel zu selten Anfragen anderer gesellschaftlicher Institutionen, so dass es bis auf wenige Ausnahmen auch nicht zum Austausch von Meinungen oder Erfahrungen und einer notwendigen Debatte gekommen ist.
Vielleicht trägt dieses Buch nun dazu bei, die Horizonte aller zu öffnen, die die Jugendlichen als die Zukunft unserer Gesellschaft ansehen.
Weißbach an der Alpenstraße, August 2008 Axel Dammler

Mal ehrlich: Möchten Sie heute jung sein? Wenn Sie Ihre eigene Jugendzeit mit der Lebenswelt der heutigen Jugend tauschen könnten: Würden Sie das wollen? Ich werde auf diese Frage am Ende dieser Einleitung und auch am Ende dieses Buches noch einmal zurückkommen.
Wir waren ja alle mal jung. Das ist mehr oder weniger lange her (ich selbst bin Jahrgang 1965), aber wir können uns doch noch recht gut an diese Zeit erinnern, die hoffentlich eine der besten und spannendsten in unserem Leben war. Und weil wir ja alle selbst mal jung waren, haben wir natürlich auch alle eine Meinung dazu: Jugend ist ein Thema, zu dem anscheinend jeder Erwachsene etwas weiß und zu sagen hat.
Entsprechend viel wird über Jugendliche geredet und geschrieben. Je nach Perspektive blickt man neidisch auf die heutigen Jugendlichen, die ja ach so viele Möglichkeiten haben und tolle Dinge machen und erleben dürfen, oder aber man rümpft despektierlich die Nase darüber, wie wenig die Jugendlichen aus diesen vielen Möglichkeiten machen.
Jugend verkörpert einerseits viele hochgeschätzte Werte wie Spaß, Selbstbewusstsein, Aktivität, Sexyness und Individualität. Wer an diese Zeit denkt, verbindet sie mit einschneidenden emotionalen Erlebnissen, die im krassen Kontrast zum monotonen, langweiligen Alltag der Erwachsenen stehen – es ist einfach aufregend und prickelnd, jung zu sein! Jugend ist so zu einer Attitüde und Einstellung geworden, mit der sich viele Erwachsene gerne schmücken – daher der Jugendkult, der sich in unserer alternden Gesellschaft eher noch zu verstärken scheint.
Andererseits erzeugt bzw. verstärkt gerade die Berichterstattung durch die Medien oft das Bild einer Generation, bei der sich alles nur noch um Spaß und Sex dreht. Anscheinend ist es das, was die Leute über die Jugendlichen lesen wollen. Da interessiert dann auch nicht, dass z. B. die Jugendkriminalität sogar zurückgeht.
Ein konkretes Beispiel: Anfang 2008 führten wir im Auftrag der Zeitschrift CHIP eine Studie zur “Digitalen Kluft” durch, in der gezeigt wurde, wie erschreckend unterversorgt deutsche Schulen mit Computern sind und wie wenig diese Schulen dazu beitragen können, benachteiligte Jugendliche aus bildungsfernen Schichten an dieses Medium heranzuführen. Doch was machte z. B. die Zeitung Südkurier daraus: “Porno-Alarm im Klassenzimmer”. Ein Nebenergebnis der Studie war nämlich, dass 25 % der Schüler mit Internetzugang in der Schule dort (auch) auf “für Jugendliche verbotene Seiten” gehen. Wohlgemerkt: 75 % besuchen solche Seiten in der Schule nicht – aber das fand diese Zeitung wohl nicht so “sexy” (und verkaufsfördernd).

Quelle: www.amazon.de
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